20. Juli 2010

Aufbrausende Bläsersätze und akrobatische Flammenspiele

"Rhapsodie in Air – Die vier Elemente": Der Musikverein Eschbach bot im Pfarrhof seinen Zuhörern ein vielseitiges und farbenreiches Open-Air-Konzert.

 

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Torsten Klawonn dirigiert den Musikverein Eschbach beim Open-Air-Konzert "Rhapsodie in Air" im Pfarrhof von Eschbach                                                                                                                              Foto: Hans Jürgen Kugler

 

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Großen Feuerzauber gab es beim Open-Air-Konzert in Eschbach. Der Feuerkünstler Chris Sainte-Rose führte zu den Klängen des Musikvereins Eschbach eine glutvolle Choreografie auf.                                                                                                  Foto: Hans Jürgen Kugler

 

STEGEN-ESCHBACH. Obwohl der tropische Hitzesommer ausgerechnet an diesem Abend eine kleine Abkühlungspause eingelegt hatte, gelang es dem Musikverein Eschbach mit seinem Open-Air-Konzert mit Leichtigkeit, dem Publikum ordentlich einzuheizen. Und zwar buchstäblich, doch davon später.

In dem großräumigen, stimmungsvoll dekorierten Innenhof der St.-Jakobus-Pfarrkirche in Eschbach boten die Musikerinnen und Musiker des Musikvereins Eschbach unter der Leitung von Torsten Klawonn mit ihrem Programm "Rhapsodie in Air – Die vier Elemente" auf hohem musikalischem Niveau ein vielseitiges und farbenreiches Konzert, das in dem romantischen Ambiente des Pfarrhofes für die zahlreichen Zuhörer zu einem Erlebnis für alle Sinne wurde.

Aufbrausende Bläsersätze leiteten die Komposition "Hopetown Holiday" von Steven Reineke ein, das mit musikalischen Mitteln eine Urlaubsreise zu einem Riff in der Südsee zum Thema hat. Die ruhigen Melodien und die farbige Instrumentierung rief bei den Zuhörern Bilder von weißschäumender Gischt und einer phantastischen Unterwasserwelt vor Augen.


Mit der sinfonischen Ouvertüre "Der blaue Planet" verband der zeitgenössische Komponist Kurt Gäble einen musikalischen Lobgesang auf die Schöpfung mit der eindrücklichen Mahnung, diese auch zu bewahren und nicht blindlings zu zerstören, wie das leider nur zu oft der Fall ist. Der erste Teil (Genesis) beschreibt mit zarten Pastelltönen der Holzbläser die Schönheit und Harmonie in der Natur mit all seinen Geschöpfen, in die sich im zweiten Teil ( Progress) mit knarzendem Blech und schrägen Harmonien zunehmend disharmonische Klänge in die optimistischen Marschthemen mischen. Ein choralartiges Thema führt im dritten Teil (New Life) mit ruhigen Klängen wieder zur Harmonie des Ursprungs zurück.

Nach dieser eindrucksvollen und vielschichtigen Komposition standen erst einmal Ehrungen an (die BZ berichtet noch).

Fünf Sätze aus Georg Friedrich Händels berühmter Feuerwerksmusik leiteten den zweiten Teil des Abends ein, der allerdings, im Gegensatz zur Uraufführung 1749 in London, nicht in einer Feuersbrunst endete.

Der Jugendzirkus der Waldorfschule Freiburg-St. Georgen illustrierte mit gekonnter Akrobatik die Steven-Reineke-Komposition "Into the Raging River", das die wilde Fahrt auf einem reißenden Fluss zum Thema hat.

Wer nicht ganz so fit wie Reinhold Messner oder Edmund Hillary ist, der konnte bei Jacob de Haans Konzertmarsch "Everest" ganz ohne Sherpas den höchsten Berg der Erde erklimmen und dem Himmel ein Stückchen näher sein.

Wieder zurück auf dem Boden folgte der absolute Höhepunkt des Abends. Es war eine tolle Idee der Veranstalter, zu ihrem Vier-Elemente-Programm den Feuerkünstler Chris Sainte-Rose einzuladen. Synchron zu den wahrhaft feurigen Rhythmen der "Montanas del Fuego" auf Lanzarote des Schopfheimer Komponisten Markus Götz ließ der akrobatische Künstler fauchend gewaltige Flammenringe und Feuerzungen um seinen Körper kreisen und vermittelte den mit offenen Mündern staunendem Publikum mit seiner glutvollen Choreografie eine Ahnung von der Urgewalt und Schönheit des Elementes Feuer.

Noch einmal tosenden Applaus gab es bei der Zugabe, der "Funiculi Funicula Rhapsodie" des japanischen Komponisten Yo Goto. Bei dem weltbekannten Thema des neapolitanischen Volksliedes (vulgo: "Mariee – da liegt ’n toter Fisch im Wasser..."), klatschten die Zuhörer ebenso begeistert wie rhythmussicher mit.

Mit einem Medley aus bekannten Filmmelodien beendete der Musikverein einen überaus eindrucksvollen Open-Air-Abend, bei dem sich wieder einmal gezeigt hatte, dass die moderne sinfonische Blasmusik durchaus auf der Höhe der Zeit ist.