Aufbrausende Bläsersätze und
akrobatische Flammenspiele
"Rhapsodie
in Air – Die vier Elemente": Der Musikverein Eschbach bot im Pfarrhof
seinen Zuhörern ein vielseitiges und farbenreiches Open-Air-Konzert.
|
Torsten
Klawonn dirigiert den Musikverein Eschbach beim Open-Air-Konzert
"Rhapsodie in Air" im Pfarrhof von Eschbach Foto: Hans Jürgen Kugler Großen
Feuerzauber gab es beim Open-Air-Konzert in Eschbach. Der Feuerkünstler Chris
Sainte-Rose führte zu den Klängen des Musikvereins Eschbach eine glutvolle
Choreografie auf. Foto: Hans Jürgen Kugler |
|
|
|
|
STEGEN-ESCHBACH.
Obwohl der tropische Hitzesommer ausgerechnet an diesem Abend eine kleine
Abkühlungspause eingelegt hatte, gelang es dem Musikverein Eschbach mit seinem
Open-Air-Konzert mit Leichtigkeit, dem Publikum ordentlich einzuheizen. Und
zwar buchstäblich, doch davon später.
In dem großräumigen, stimmungsvoll dekorierten Innenhof der
St.-Jakobus-Pfarrkirche in Eschbach boten die Musikerinnen und Musiker des
Musikvereins Eschbach unter der Leitung von Torsten Klawonn mit ihrem Programm
"Rhapsodie in Air – Die vier Elemente" auf hohem musikalischem Niveau
ein vielseitiges und farbenreiches Konzert, das in dem romantischen Ambiente
des Pfarrhofes für die zahlreichen Zuhörer zu einem Erlebnis für alle Sinne
wurde.
Aufbrausende Bläsersätze leiteten die Komposition "Hopetown Holiday"
von Steven Reineke ein, das mit musikalischen Mitteln eine Urlaubsreise zu
einem Riff in der Südsee zum Thema hat. Die ruhigen Melodien und die farbige
Instrumentierung rief bei den Zuhörern Bilder von weißschäumender Gischt und
einer phantastischen Unterwasserwelt vor Augen.
Mit der sinfonischen Ouvertüre "Der blaue Planet" verband der zeitgenössische
Komponist Kurt Gäble einen musikalischen Lobgesang auf die Schöpfung mit der
eindrücklichen Mahnung, diese auch zu bewahren und nicht blindlings zu
zerstören, wie das leider nur zu oft der Fall ist. Der erste Teil (Genesis)
beschreibt mit zarten Pastelltönen der Holzbläser die Schönheit und Harmonie in
der Natur mit all seinen Geschöpfen, in die sich im zweiten Teil ( Progress)
mit knarzendem Blech und schrägen Harmonien zunehmend disharmonische Klänge in
die optimistischen Marschthemen mischen. Ein choralartiges Thema führt im
dritten Teil (New Life) mit ruhigen Klängen wieder zur Harmonie des Ursprungs
zurück.
Nach dieser eindrucksvollen und vielschichtigen Komposition standen erst einmal
Ehrungen an (die BZ berichtet noch).
Fünf Sätze aus Georg Friedrich Händels berühmter Feuerwerksmusik leiteten den
zweiten Teil des Abends ein, der allerdings, im Gegensatz zur Uraufführung 1749
in London, nicht in einer Feuersbrunst endete.
Der Jugendzirkus der Waldorfschule Freiburg-St. Georgen illustrierte mit
gekonnter Akrobatik die Steven-Reineke-Komposition "Into the Raging
River", das die wilde Fahrt auf einem reißenden Fluss zum Thema hat.
Wer nicht ganz so fit wie Reinhold Messner oder Edmund Hillary ist, der konnte
bei Jacob de Haans Konzertmarsch "Everest" ganz ohne Sherpas den
höchsten Berg der Erde erklimmen und dem Himmel ein Stückchen näher sein.
Wieder zurück auf dem Boden folgte der absolute Höhepunkt des Abends. Es war
eine tolle Idee der Veranstalter, zu ihrem Vier-Elemente-Programm den Feuerkünstler
Chris Sainte-Rose einzuladen. Synchron zu den wahrhaft feurigen Rhythmen der
"Montanas del Fuego" auf Lanzarote des Schopfheimer Komponisten
Markus Götz ließ der akrobatische Künstler fauchend gewaltige Flammenringe und
Feuerzungen um seinen Körper kreisen und vermittelte den mit offenen Mündern
staunendem Publikum mit seiner glutvollen Choreografie eine Ahnung von der
Urgewalt und Schönheit des Elementes Feuer.
Noch einmal tosenden Applaus gab es bei der Zugabe, der "Funiculi Funicula
Rhapsodie" des japanischen Komponisten Yo Goto. Bei dem weltbekannten
Thema des neapolitanischen Volksliedes (vulgo: "Mariee – da liegt ’n toter
Fisch im Wasser..."), klatschten die Zuhörer ebenso begeistert wie
rhythmussicher mit.
Mit einem Medley aus bekannten Filmmelodien beendete der Musikverein einen
überaus eindrucksvollen Open-Air-Abend, bei dem sich wieder einmal gezeigt
hatte, dass die moderne sinfonische Blasmusik durchaus auf der Höhe der Zeit
ist.